
20. Dezember 2024, 16:36 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Neben den klassischen Verletzungen im Sport treten auch psychische Blockaden auf, die insbesondere in vermeintlich „einfacheren“ Sportarten vorkommen. Eine dieser Blockaden ist die sogenannte Dartitis, die immer häufiger beobachtet wird.
Haben Sie schon einmal von Dartitis gehört? Was wie eine Fiebererkrankung klingt, ist tatsächlich ein Phänomen, das Dartspieler betrifft. Genauer gesagt handelt es sich um eine psychische Blockade, die den Sportler beim Ausführen des Wurfs erheblich beeinträchtigt. Solche Blockaden treten jedoch nicht nur im Dart auf, sondern auch in anderen Sportarten wie Golf, Bogenschießen oder Basketball. FITBOOK-Autor Isa Kabakci erklärt Ihnen, was es mit Dartitis, Yips, Target Panic und ähnlichen Erscheinungen auf sich hat.
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Übersicht
Das passiert bei Dartitis
Dartitis ist kein medizinischer Fachbegriff. Zumindest findet man dazu keine Einträge auf einschlägigen Seiten oder in Fachbüchern. Dennoch beschreibt der Begriff einen Zustand, genauer gesagt eine psychische Blockade bei Dartspielern. Betroffene stocken ständig beim Werfen der Dartpfeile und können ihre Routine nicht wie gewohnt ausführen. Beim Dart ist der flüssige Rhythmus beim Werfen der drei Pfeile von großer Bedeutung. Jeder Spieler hat seinen eigenen Ablauf in Bezug auf Wurfstärke, Tempo und Technik. Wenn dieser Ablauf ins Stocken gerät, kann es dazu kommen, dass das anvisierte Ziel nicht getroffen wird oder größere Konzentrationsprobleme auftreten. Der Dartspieler kann dabei seinen Pfeil nicht loslassen und holt immer wieder aus.
Im „Oxford English Dictionary“ (OED) gibt es bereits einen Eintrag für Dartitis. Dieser wird wie folgt beschrieben: „A state of nervousness which prevents a player from releasing a dart at the right moment when throwing“ („Ein Zustand der Nervosität, der einen Spieler davon abhält, den Dart während des Wurfes zum richtigen Zeitpunkt loszulassen“).
Betroffen sind nicht nur Amateure, sondern auch Profis. Wer den Dartsport verfolgt, wird immer wieder beobachten, dass es Spieler mit ungewöhnlichen oder unorthodoxen Wurfabläufen gibt. Besonders zum Jahresende, wenn die Dart-Weltmeisterschaft stattfindet, rückt das Thema Dartitis wieder in den Fokus. Die aktuelle Dart-WM 2025 findet vom 15. Dezember 2024 bis zum 3. Januar 2025 statt.
Sehr bekannte Dartspieler, die mit Dartitis zu kämpfen hatten, sind der ehemalige Weltmeister Eric Bristow, Mensur Suljović, Barry van Peer, Mervyn King und neuerdings auch Nathan Aspinall, einer der Topspieler im Turniergeschehen.
Welche Ursachen könnte es für Dartitis geben?
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Dartitis nicht um einen medizinischen Fachbegriff. Dennoch werden häufig zwei Theorien herangezogen, um das Phänomen zu erklären. Zum einen ist dies die sogenannte „Distraction-Theory“.1 Sie besagt, dass Sorgen und Bedenken in Drucksituationen das Arbeitsgedächtnis überlasten, wodurch relevante Reize für die Bewegung nicht mehr adäquat verarbeitet werden können.
Zum anderen wird die „Self-Focus-Theory“ angeführt.2 Laut dieser Theorie richten Sportler ihre Aufmerksamkeit in entscheidenden Momenten verstärkt auf sich selbst. Dies stört den automatisierten Bewegungsablauf und kann zu einem Leistungsversagen führen.
Zusätzlich wird das Phänomen häufig mit ähnlichen Blockaden in anderen Sportarten verglichen, wie den Yips im Golf oder der Target Panic im Bogenschießen. Diese Parallelen verdeutlichen, dass Dartitis kein isoliertes Problem darstellt, sondern Teil eines größeren Musters von psychomotorischen Störungen unter Druck ist.

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Yips, Target Panic und weitere Blockaden
Auch im Golf gibt es eine vergleichbare Krankheit bzw. Blockade, die als Yips bezeichnet wird und der Dartitis stark ähnelt. Dabei kommt es zu ruckartigen, unorthodoxen Bewegungsabläufen, insbesondere beim Golfschlag, dem Putten. Der Spieler kann seinen flüssigen Bewegungsablauf nicht mehr ausführen, da das Handgelenk stark verkrampft oder unkontrolliert rotiert. Dieses Phänomen tritt auch im Baseball häufig auf, insbesondere bei Pitchern, die plötzlich Schwierigkeiten haben, den Ball präzise zu werfen, oder bei Feldspielern, die keine kurzen, einfachen Würfe mehr ausführen können.
Ein weiteres ähnliches Phänomen ist die sogenannte „Target Panic“, die vor allem beim Bogenschießen und generell im Schießsport auftritt. Sie äußert sich in einer plötzlichen Unfähigkeit, den Zielvorgang korrekt auszuführen oder den Schuss wie gewohnt abzugeben.