1. Juli 2020, 10:58 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Neben klassischem Tabak sind heutzutage auch E-Zigaretten und Shishas eine beliebte Methode um zu Rauchen. Oft wird behauptet, diese Alternativen seien sogar gesünder im Vergleich zu klassischen Zigaretten. Aber stimmt das auch?
Shishas kommen ursprünglich aus dem arabischen Raum und erfreuen sich auch hierzulande großer Beliebtheit, beispielsweise in Shisha-Bars. Manche haben eine solche Wasserpfeife auch zu Hause, ebenso Tabaksorten in unterschiedlichen, meist fruchtigen Geschmacksrichtungen. Dadurch, dass der Rauch durch Wasser gezogen wird, kühlt er vor dem Inhalieren leicht ab, auch verlieren sich anteilig wasserlösliche Schadstoffe durch diesen Vorgang. Deshalb glaubte man lange, Shishas seien weniger schädlich. Auch E-Zigaretten haben teils den Ruf, gesundheitlich weniger bedenklich zu sein im Vergleich zur normalen Zigarette. Es handelt sich hierbei um eine elektronische Zigarette, auch Vaporizer genannt, bei der man keinen Tabak raucht, sondern stattdessen ein verdampftes Liquid einatmet.
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Tabak, E-Zigaretten und Shishas im Risikovergleich
Eine Studie, erschienen im „European Heart Journal“, liefert einen Überblick über die Chemikalien und Mechanismen, die sowohl beim Rauchen, als auch Dampfen (so wird der Konsum von E-Zigaretten genannt) Einfluss auf den Körper nehmen. Aus einer Reihe von Untersuchungen konnte man folgern, dass klassisches Rauchen von Tabak insgesamt schädlicher ist als das Konsumieren von Liquid in E-Zigaretten. Weniger eindeutig zu bestimmen hingegen waren die nachteiligen Auswirkungen von Shishas und E-Zigaretten im Hinblick auf die Blutgefäße.
Deutlich erhöht durch normale Zigaretten allerdings war das Risiko für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), bei der die Atemwege verengt sind. Im Vergleich stieg das Risiko hier um das Siebenfache an, bei Wasserpfeifen und E-Zigaretten hingegen „nur“ etwa um das Doppelte.
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Beim Lungenkrebsrisiko verursachten Zigaretten einen Anstieg um 1210 Prozent, Wasserpfeifen um 122 Prozent. Für E-Zigaretten war die Studienlage allerdings nicht ausreichend genug, um verlässliche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Versteifte Arterien, die zu Herzproblemen und einem Schlaganfall führen können, waren bei Tabakrauchern im Vergleich zu Nichtrauchern um 10 Prozent häufiger der Fall, bei Wasserpfeifen um 9 Prozent und bei E-Zigaretten um 7 Prozent.
Auch zeigte die Studie, dass das Liquid der E-Zigaretten eine Menge schädlicher Chemikalien enthält. So etwa Formaldehyd, Acrolein, Spuren von Übergangsmetallen und flüchtige organische Stoffe. Diese schädigen erwiesenermaßen die Zellen. Der Rauch aus herkömmlichen Zigaretten und Wasserpfeifen ist jedoch eine noch viel komplexere Mischung an Schadstoffen.
Fazit: Beim Rauchen gibt es keine gesündere Alternative
Die Studienergebnisse liefern also nicht in allen Punkten zweifelsfrei aussagekräftig Ergebnisse. Solange jedoch nicht eindeutig zu belegen ist, dass bei E-Zigaretten und Shishas tatsächlich ein geringeres Risiko vorliegt, lautet der Appell der Wissenschaftler: „Das Rauchen von E-Zigaretten und Wasserpfeifen ist nicht weniger schädlich als das Rauchen von Tabak und kann daher nicht als gesunde Alternative angesehen werden.“
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Doch es gibt noch einen weiteren Faktor, weshalb man Wasserpfeifen und E-Zigaretten negativ bewerten sollte: Der aromatisierte Tabak bzw. das Liquid führe auch (junge) Menschen, denen gewöhnliche Zigaretten nicht schmecken, an das Rauchen heran. Aus den genannten Gründen sollte man also besser die Finger bzw. Lippen davon lassen.
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Quellen
- 1. Thomas Münzel, Omar Hahad, Marin Kuntic, John F Keaney, Jr, John E Deanfield, Andreas Daiber. Effects of tobacco cigarettes, e-cigarettes, and waterpipe smoking on endothelial function and clinical outcomes. European Heart Journal, Volume 41, Issue 41, 1 November 2020, Pages 4057–4070