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Experten diskutieren Konzept

Können uns „Circuitbreaker“ vor einem zweiten Total-Lockdown bewahren?

Ein zweiter Lockdown soll verhindert werden
Der fast menschenleere Alexanderplatz in Berlin: Ein zweiter Lockdown soll verhindert werden. Virologe Christian Drosten und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bringen eine Alternative ins Spiel. Foto: Getty Images
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FITBOOK Redaktion

21. Oktober 2020, 18:08 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Das RKI verzeichnet keinen merklichen Rückgang an Corona-Neuinfizierten. Einen Total-Lockdown will die Bundesregierung aber vermeiden. Der Virologe Christian Drosten bringt nun einen Vorschlag ein, der zur Bekämpfung der Pandemie beitragen kann – allerdings nicht ohne Einschränkungen.

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Wie kann ein zweiter Lockdown verhindert werden? Bei steigenden Coronazahlen stünden wir wahrscheinlich näher vor einem zweiten Lockdown, als wir das wahrhaben wollen, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwochmittag bei einer außerplanmäßigen Regierungserklärung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betont unterdessen, dass ein zweiter Lockdown verhindert werden muss. In ihrem Podcast ruft sie die Menschen dazu auf, daheim zu bleiben und auf jede Reise zu verzichten, die nicht notwendig ist.

„Circuitbreaker“ als Alternative zum zweiten Lockdown

Einen Kompromiss bringt nun der Virologe Christian Drosten ins Spiel. Auf Twitter teilte er eine britische Studie, die sich mit sogenannten „Circuitbreaker“ befasst – zeitlich befristeten Lockdowns. Befristete Kurz-Lockdowns sollen die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen und somit die Kosten für Wirtschaft und Schulen minimieren. Unterstützt wird er vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, der für die „Circuitbreaker“ eine höhere Akzeptanz in der Gesellschaft vermutet, weil diese zeitlich begrenzt sind.

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Die von Christian Drosten erwähnte Studie hat die Wirksamkeit der vorsorglichen Pausen untersucht. Die größten Gewinne bringen diese demnach, wenn die Wachstumsrate bei den Neuinfektionen niedrig ist. Bei höheren Wachstumsraten seien die Kurz-Lockdowns allerdings eine dringend benötigte Bremse für eine weitere Erhöhung der Infektionen, wodurch möglicherweise andere Maßnahmen (wie etwa die Kontaktverfolgung) die Kontrolle wiedererlangen können, heißt es in der Studie.

Das Forscherteam schaute in seiner Studie unter anderem auf die möglichen Sterbefälle. Es stellte fest, dass die Todesfälle in der zweiwöchigen Pause um 29 Prozent gesenkt werden konnten (bei niedriger Wachstumsrate). Und sogar um 49 Prozent, wenn die Wachstumsrate an Neuinfizierten hoch sei.

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Allerdings stellen die Wissenschaftler klar, dass die Kurz-Lockdowns keine langfristige Lösung seien. Jedoch könnten sie die Kontaktverfolgung und Isolation einzelner Infizierter unterstützen. Der Erfolg der Maßnahmen sei aber in hohem Maße von der Einhaltung der Bevölkerung abhängig, betonen die Forscher. Sprich: Die Bürger müssen ihre Kontakte einschränken und Social Distancing praktizieren. Auch bzgl. des besten Zeitpunkts für einen „Circuitbreaker“ gibt es eine Antwort: jetzt. Virologe Christian Drosten schlägt in seinem Tweet den Zeitraum der Herbst- und oder Winterferien vor.

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Zweiter Kurz-Lockdown in Wales

Ein Beispiel dafür, wo das System „Circuitbreaker“ bereits praktiziert wird, ist Wales. Das Land im Südwesten Großbritanniens geht vom 23. Oktober an bereits zum zweiten Mal in einen zweiwöchigen Lockdown, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Wer kann, soll von zu Hause arbeiten, Pubs und Restaurants bleiben geschlossen, auch Treffen verschiedener Haushalte – drinnen oder draußen – sind verboten. Laut der walisischen Gesundheitsbehörde NHS Wales sind derzeit 37.400 Menschen an Covid-19 erkrankt.

Themen Coronavirus

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