
4. Februar 2020, 12:41 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Eine internationale Forschungsinitiative scheint einen hocheffektiven Wirkstoff gegen verschiedene Viren entwickelt zu haben. Der Clou: Die Substanz zerstört die äußere Hülle von Viren, anstatt ur ihr Wachstum zu bremsen. Und das Wichtigste: Sie ist für den Menschen nicht toxisch.
Wissenschaftler der Uni Manchester, der Uni Genf sowie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne haben eine Substanz aus Zuckermolekülen entwickelt, die im Kampf gegen Viren eingesetzt werden könnte. Sie zersetzt die äußere Hülle der Erreger. Das hat zur Folge, dass auch der Virus zerstört wird, statt nur seine Ausbreitung im Körper einzudämmen.
Übersicht
Das haben die Forscher herausgefunden
Erfolgreiche Labortests machen Mut, dass die entwickelte Substanz effektiv gegen verschiedene Viruserkrankungen – darunter Herpes Simplex, Hepatitis C, HIV und Zika – eingesetzt werden könnte. Da sie ebenso schon bei viralen Atemwegserkrankungen gewirkt hat, ist eine zukünftige Anwendbarkeit beim Coronavirus zumindest denkbar.
Die Autoren der Studie, deren Ergebnisse 2020 in der Fachzeitschrift „Sciences Advances“ veröffentlicht wurden, erklären, dass die von ihnen entwickelten Moleküle auf natürlichen Glukose-Derivaten (namens Cyclodextrine) basieren. Diese Cyclodextrine gehören von ihrer Wirksamkeit her zu den Viruziden, also virenabtötenden Mitteln. Nur haben sie einen entscheidenden Vorteil: Sie scheinen für den Menschen „bekömmlich“ zu sein. Denn die meisten Viruzide sind für den Menschen toxisch, weswegen eine Anwendung auf der Haut oder eine orale Einnahme ausgeschlossen ist. Anders die hier untersuchten Zuckermoleküle, die am Ende als Salben oder Nasensprays auf den Markt kommen könnten.
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So bedeutend könnten Zuckermoleküle im Kampf gegen Viren sein
Einer der Studienautoren, Dr. Samuel Jones von der Uni Manchester, über die Ergebnisse: „Wir haben ein neues Molekül entwickelt, einen modifizierten Zucker mit antiviraler Breitbandwirkung. Es handelt sich um einen ‚viruziden‘ Wirkstoff, indem Viren nur schwerlich Resistenzen bilden können.“
Aufgrund seiner im Labor zutage getretenen Eigenschaften zeige der Wirkstoff in den Augen der Studienautoren das Potenzial, die Behandlung von Virusinfektionen nachhaltig zu verändern. Das sieht auch Prof. Caroline Tapparel von der Uni Genf so, die erklärte: „Wir haben ein starkes Molekül entwickelt, das bei sehr verschiedenen Viren gewirkt hat. Darum glauben wir, dass es sich auch bei kommenden Infektionen als spielentscheidend erweisen könnte.“
In Zeiten von Corona und allem, was noch kommen könnte, wäre das wohl keine schlechte Neuigkeit.

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Quelle
1. Jones, S.T., Cagno, V., Janecek, M. (2020). Modified cyclodextrins as broad-spectrum antivirals. Science Advances.