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H5N1

Anzeichen für Vogelgrippe und wie man sie von einer normalen Grippe unterscheidet

Symptome von Vogelgrippe: Influenzavirus –Typ A/H5N1
Die Vogelgrippe wird durch eine Infektion mit dem Influenzavirus –Typ A/H5N1 verursacht Foto: Getty Images

7. Januar 2025, 15:54 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

In den USA ist erstmals ein Mensch nach einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 gestorben. Wie verläuft die Übertragung von Tieren auf den Mensch? Wie unterscheidet man eine Infektion mit dem Vogelgrippe-Erreger von einer normalen Grippe? Wann treten erste Symptome auf – und wie wird behandelt? FITBOOK beantwortet die wichtigsten Fragen.

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In den letzten Jahren hat sich die Vogelgrippe, insbesondere durch den H5N1-Stamm, weltweit ausgebreitet. Tötete sie zunächst hauptsächlich Wildvögel und Kolonien von Geflügel, traten vermehrt Infektionen bei Säugetieren auf: Bislang wurde es bei rund 30 Arten nachgewiesen. (FITBOOK berichtete) In dem leichten Überspringen von Artenschranken liegt das erhöhte Risiko für den Menschen. Infektionen beim Menschen sind vor allem unter Mitarbeitern von Milchvieh- und Geflügelbetrieben bekannt – meist handelt es sich um milde Verläufe. In Europa und damit in Deutschland gibt es noch keine gemeldeten Vogelgrippe-Fälle bei Menschen.1 Mensch-zu-Mensch-Übertragungen wurden bislang nicht nachgewiesen. Doch nachdem nun ein Patient aus Louisiana (USA) nach einer Infektion mit dem Virus starb, stellt sich erneut die Frage: Wie kann man eine Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus möglichst schnell erkennen und sie von einer normalen Grippe unterscheiden? FITBOOK klärt auf.

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So wird H5N1 auf den Menschen übertragen

Hochpathogene aviäre Influenza A-Viren der Subtypen H5 und H7 gelten als besonders krankheitserregend, heißt es seitens des österreichischen Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.2 Das derzeit grassierende Influenza A(H5N1)-Virus gehört zu diesen problematischen Erregern. Sie sind auf den Menschen übertragbar und können eine schwere Erkrankung auslösen. Die Ansteckung erfolgt bei sehr engem Kontakt mit infizierten Tieren. Dies geschieht entweder durch Einatmen von Viruspartikeln, die sich im Staub befinden oder durch Schmierinfektion, wenn die Hände nach dem Kontakt mit erkrankten Tieren, Kadavern oder kontaminierten Tierprodukten sowie Ausscheidungen nicht gründlich gewaschen werden. Laut der Gesundheitsbehörde des US-Bundesstaates Louisiana soll der nun verstorbene Patient sowohl mit Wildvögeln als auch mit einem Schwarm in seinem Garten Kontakt gehabt haben.3

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Aufgrund der bekannten Wandlungsfähigkeit des Virus ist dies jedoch für die Zukunft denkbar.

Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus erkennen: Inkubationszeit und erste Symptome

Nach Angaben der WHO wurden zwischen 2003 und 2023 aus vier Ländern der Westpazifikregion insgesamt 248 Fälle menschlicher Infektionen mit H5N1 gemeldet. Davon seien 139 tödlich verlaufen.4 Die Fälle in den USA, die durch Milchkühe übertragen wurden, verliefen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) überraschend mild. Die Betroffenen klagten lediglich über eine Bindehautentzündung, die bereits abgeheilt sein soll. Der über 65-jährige verstorbene Patient aus den USA soll laut der Gesundheitsbehörde des Bundesstaates Louisiana auch andere gesundheitliche Probleme gehabt haben.3 Im Dezember hatte die CDC gemeldet, dass es sich bei dem nun Verstorbenen um den ersten Patienten in den USA mit schwerem Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit H5N1 handelte.5

Die Inkubationszeit beträgt ein bis fünf Tage. Als Erstes treten Symptome auf wie:

  • Fieber, begleitet von
  • Husten und Atemnot.
  • Übelkeit
  • Erbrechen und
  • Durchfall können hinzukommen.

Auch typische Grippe-Symptome wie

  • Halsschmerzen,
  • Kopfschmerzen sowie
  • Glieder- und Muskelschmerzen können vorkommen, sind aber nicht immer gleich stark ausgeprägt.

Krankheitsverlauf und Risiko für die Bevölkerung

Im Blutbild zeigen sich oft niedrige Werte an weißen Blutkörperchen, Lymphozyten und Blutplättchen. Im weiteren Verlauf der Infektion entwickelt sich oft eine Lungenentzündung, die zu Lungenversagen und Tod führen kann. Sind die unteren Atemwege befallen, liegt die Sterblichkeitsrate bei 20 bis 40 Prozent. Viele bekannte Fälle verliefen allerdings ähnlich mild wie eine übliche Grippe.6

Trotz des aktuellen Todesfalls schätzt die Centers for Disease Control and Prevention, eine Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums, das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als gering ein. So auch das Robert Koch-Institut (RKI) für die Bevölkerung in Deutschland.7

Auch interessant: Neue Methode soll Wirksamkeit der Grippeimpfung erhöhen

Wie unterscheidet sich die Vogelgrippe von einer normalen Grippe?

Auch wenn sich die Vogelgrippe und echte Grippe einige Symptome teilen, gibt es Unterschiede: nicht nur in der Art der Krankheitserreger und Übertragung. So dauert es bei der Vogelgrippe meistens länger, bis nach der Ansteckung erste Symptome auftreten: etwa eine Woche. Bei der Grippe treten die ersten Beschwerden häufig schon nach drei Tagen auf.8

Während Fieber, Husten, Hals-, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowohl bei der Grippe als auch der Vogelgrippe auftreten können, ist Durchfall bei normaler Grippe eher seltener. Auch beschränkt sich Durchfall mehr auf die Kinder unter den Patienten. Auch Atemnot ist nicht typisch für eine normale Grippe. Gleichwohl aber Schnupfen, wie man ihn auch von einer Erkältung her kennt.9 Der größte Unterschied besteht darin, dass die Vogelgrippe die Atemwege und die Lungen angreifen kann.

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Wie wird die Vogelgrippe behandelt?

Zur Behandlung der Vogelgrippe stehen antivirale Medikamente wie Neuraminidasehemmer zur Verfügung, die auch bei der saisonalen Grippe eingesetzt werden. Wie bei der saisonalen Grippe sollte die Behandlung der Vogelgrippe so früh wie möglich beginnen, idealerweise innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome. Bei Kontakt mit Tieren sind grundsätzlich strenge Hygienemaßnahmen einzuhalten. Eine Impfung speziell gegen die Vogelgrippe gibt es bisher nicht.

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Quellen

  1. Robert Koch Institut. RKI zu humanen Erkrankungen mit aviärer Influenza (Vogelgrippe) (27.11.2024, aufgerufen am 07.01.2025) ↩︎
  2. Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Vogelgrippe (Aviäre Influenza) Erreger und Übertragung (aufgerufen am 07.01.2025)
    ↩︎
  3. Louisiana Department of Health. LDH reports first U.S. H5N1-related human death (aufgerufen am 07.01.2025) ↩︎
  4. World Health Organization: Human infection with avian influenza (H5N1) virus (aufgerufen am 07.01.2025) ↩︎
  5. Centers for Disease Control and Prevention: Highly Pathogenic Avian Influenza A(H5N1) Virus: Interim Recommendations for Prevention, Monitoring, and Public Health Investigations (26.12.2024, aufgerufen am 07.01.2025) ↩︎
  6. Robert Koch Institut. Influenza (Teil 2): Erkrankungen durch zoonotische Influenzaviren (aufgerufen am 07.01.2025) ↩︎
  7. Robert Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zur zoonotischen Influenza bei Menschen (aufgerufen am 07.01.2025) ↩︎
  8. Lungeninformationsdienst. Vogelgrippe. Helmholtz München. (aufgerufen am 07.01.2025) ↩︎
  9. Stiftung Gesundheitswissen. Grippe. (aufgerufen am 07.01.2025) ↩︎

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