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Studie zum Trainingseinstieg

Wann muss man mit Sport anfangen, wenn man erfolgreich sein will?

Sport Erfolg Trainingsbeginn: Eine Frau sprintet über einen Sportplatz
Forscher haben untersucht, was einen Champion ausmacht Foto: Getty Images
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FITBOOK Redaktion

29. Juli 2021, 17:31 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Viele Spitzenathleten haben einen späten Trainingsstart in ihrer Hauptsportart. Dennoch sind sie erfolgreich im Sport. Forscher erklären, woran das liegen könnte.

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Serena und Venus Wiliams standen schon im zarten Alter von drei Jahren auf dem Tennisplatz. Mit ihrem frühen Trainingsstart bilden die Wiliams-Schwestern in der Liga der Weltklassesportler*innen wohl eher die Ausnahme als die Regel. Denn eine aktuelle Studie1 zeigt, dass man mit dem Trainingsstart durchaus später beginnen und dennoch eine erfolgreiche Laufbahn im Sport einschlagen kann.

Arne Güllich ist Sportwissenschaftler an der Technischen Universität Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz). Gemeinsam mit einem Forscherteam aus den USA hat er über 50 internationale Studien ausgewertet. Die Forschenden nahmen dabei die Daten von über 6000 Profi-Sportlern aus 15 Nationen genauer unter die Lupe. 772 Sportler und Sportlerinnen gehörten darunter zur Weltklasse. Das Spektrum an Sportarten war breit gefächert, alle olympischen Disziplinen waren in der Meta-Studie vertreten.

Was die Forscher vor allem interessierte, war das Anfangsalter und das Alter beim Erreichen definierter Leistungsmeilensteinen. Auch die Anzahl an Trainingseinheiten mit einem Trainer und wie oft man von Jugendlichen geleitete Spiele in der jeweiligen Hauptsportart spielte, wurde untersucht.

Im Sport erfolgreiche Top-Athleten beginnen meist später mit dem Trainingsstart

Erwachsene Athletinnen und Athleten der Weltklasse haben nach Auswertung der Daten in ihrer Kindheit und Jugend häufig geleitetes Training in anderen Sportarten ausgeübt. Mit ihrer Hauptsportart begannen sie hingegen erst später, dann aber richtig! Rund 9000 Stunden hat ein Erwachsener Sportler bis zum 25. Lebensjahr an Training absolviert. Hinzu kommen noch um die 1000 Trainingsstunden in anderen Sportarten. Im Vergleich zu Athleten der nationalen Liga machten die Weltklasse-Sportler erst später Fortschritte beim Training.

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Jugend-Athleten trainieren früh in ihrer Hauptsportart

Jugend-Athleten, die erfolgreich im Sport waren, begannen hingegen schon früh in ihrer Hauptsportart mit dem Trainingsstart. Andere Sportarten wurden jedoch weniger trainiert. Erfolgreiche Jungathleten machten zudem schneller Fortschritte als solche, die schwächere Leistungen zeigten. Von Jugendlichen geleitetes Spielen in den Sportarten zeigte hingegen kaum Auswirkungen auf die Leistung von Jugendlichen und Erwachsenen.

Wann sollte man mit dem Trainingsstart beginnen, um erfolgreich im Sport zu sein?

Die Forscher ermittelten das durchschnittliche Alter beim Trainingsstart mit 4,9 bis 11,8 Jahren. Tennis, Fußball und Turnen gelten als typische Sportarten für Frühstarter. Hier beginnen viele schon im Grundschulalter. Bei Sportarten wie Rudern oder Triathlon lag das Einstiegsalter mit 14 bis 18 Jahren hingegen deutlich höher. Was auffällt: In allen untersuchten Sportarten haben Weltklasse-Athleten im Schnitt zwei Jahre später mit dem Training begonnen, verglichen mit Sportlern aus der nationalen Klasse.

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Vergleich zu Nobelpreisträgern

Ein früher Trainingsstart in der Hauptsportart bedeutet nicht zwangsläufig, auch später erfolgreich im Sport zu sein. Was zählt, ist eine ausgewogene Palette an Erfahrungen auch in anderen Sportarten. Die Forschenden ziehen einen Vergleich zur Wissenschaft: So sammelten Nobelpreisträger oftmals umfangreiche Erfahrungen in verschiedenen Arbeitsgebieten. Ähnlich wie bei Spitzensportlern zeigten jedoch auch sie anfangs langsamere Fortschritte, verglichen mit Preisträger auf nationaler Ebene.

Fazit von Sportwissenschaftler Arne Güllich: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass variable, multidisziplinäre Praxiserfahrungen mit allmählichen anfänglichen, disziplinspezifischen Fortschritten aber größerer Nachhaltigkeit, bei der langfristigen Entwicklung von Spitzenleistungen verbunden sind.“

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