
10. September 2022, 17:11 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
In Deutschland wächst Weißdorn in Strauch- und Baumform sehr großflächig. Der Anblick der Pflanze wird den meisten Menschen also bekannt sein. Weniger bekannt ist der Tee, der aus ihr gewonnen wird. Dabei hat das Aufgussgetränk eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Eigenschaften.
Beim Weißdorn ( „Crataegus“) bekannt, handelt es sich um eine weit verbreitetes Kernobstgewächs. Zur Teeherstellung werden die Blätter, Blüten und manchmal sogar Fruchtknospen des Weißdorns gepflückt, getrocknet, zerkleinert und daraufhin zu einer Teemischung vermengt. Die Wirkung von Weißdorn und vor allem Weißdorntee gilt in alternativmedizinischen Kreisen als heilend und ist seit Jahrhunderten Therapiemittel in der naturheilkundlichen chinesischen Medizin. Bei welchen Beschwerden der Tee helfen soll und wie man ihn richtig zubereitet, verrät FITBOOK.
Übersicht
Anwendung: Bei welchen Beschwerden soll Weißdorntee helfen?
Weißdorntee wird aufgrund seiner vermeintlich die Herzgesundheit fördernden Wirkung besonders häufig bei kardiovaskulären Erkrankungen empfohlen. Sowohl in der Traditionellen Chinesischen Medizin, als auch in den europäischen Strömungen der moderneren Phytotherapie gilt Weißdorntee als hilfreiches Mittel bei Beschwerden des Herz- und Lungenkreislaufs. Daneben soll Weißdorntee bei hohem Blutdruck helfen sowie allerlei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts lindern. Außerdem wird dem Tee nachgesagt, Angstzustände zu lindern und sogar die Fettverbrennung anzukurbeln.
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Welche Wirkstoffe stecken in dem Tee?
Weißdorn ist besonders reich an Flavonoiden. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken und dadurch unter anderem die Blutgerinnung positiv beeinflussen. Außerdem gibt es starke Hinweise darauf, dass Flavonoide vor der Entstehung von bestimmten Herzkrankheiten und sogar Krebs schützen können. Die in Weißdorn enthalten Gerbstoffe und glykosidische Flavonole wie Rutin und Hyperosid sorgen für den leicht säuerlichen Geschmack der Pflanze.1
Ist die Wirkung von Weißdorntee wissenschaftlich bestätigt?
Schweizer Forscher haben sich mit der systematischen Untersuchung der Forschung über die Wirkung von Weißdorn bzw. Weisdorntee auf Herzkrankheiten befasst. Die in einer Meta-Analyse integrierten acht Studien konnte alle einen positiven Effekt der Pflanze auf die Herzgesundheit feststellen. So hat sich die Herzleistung bei Patienten, die regelmäßig Weißdorntee tranken, verbessert. Daneben kamen weitere Studien zu dem Ergebnis, dass Weißdornbeerenextrakt chronische Entzündungen, Verdauungsstörungen und Verdauungszeit bei Mäusen reduzieren konnte.2,3,4
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Wo bekommt man den Tee her und wie wird er zubereitet?
Weißdorntee kann man sowohl online als auch in gut sortierten Drogerien, Biomärkten und Reformhäusern erwerben. Darüber hinaus bieten Apotheken häufig ein Sortiment an verschiedenen Weißdornteemischungen mit und ohne Beeren an.
Die Zubereitung des Weißdorntees ist schnell und unkompliziert. Für einen Liter muss man knapp 4 Gramm Teemischung mit heißem Wasser verkochen und ziehen lassen. Nach knapp 15 Minuten kann man den Tee abseihen und danach heiß oder kalt genießen. Weißdorntee nimmt im Aufguss je nach Konzentration einen leuchtenden Goldton bis hin zu einer hellorangen Nuancierung an.
Gibt es mögliche Risiken und Nebenwirkungen?
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Der Verzehr von Weißdorntee gilt für die meisten Menschen als sicher. Bei zu viel des Tees kann es zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen kommen. Mehr als ein bis zwei Tassen am Tag sollte man deshalb nicht zu sich nehmen. Schwangere, stillende und vorerkrankte Personen sollten vorher mit ihrem behandelnden Arzt sprechen, ob der Verzehr des Tees sicher ist.
Wie schmeckt Weißdorntee?
Je nachdem, ob die Teemischung die Beeren des Weißdorns enthält oder nicht, kategorisiert man Weißdorntee entweder unter Kräuter-, Früchte- oder Mischtee. Wenn keine oder nur wenige Früchte enthalten sind, ist der Geschmack des Tees intensiv bitter und erinnert an klassische Kräutertees. Besonders beliebt ist jedoch die Mischform, da die Beeren dem Tee eine süßlich-saure Note verleihen, die charakteristisch für Weißdorn ist.

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Quellen
- 1. Petereit, F., Nahrstedt, A. (2005). Inhaltsstoffe offizineller Weißdorn-Drogen: Crataegus aus analytischer Sicht. Pharmazie in unserer Zeit.
- 2. Melzer, J., Saller, R. (2005). Weissdorn (Crataegus) bei Herzinsuffizienz. Eine Übersicht. Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin.
- 3. Han, X., Li, W., Huang, D. et al. (2016). Polyphenols from hawthorn peels and fleshes differently mitigate dyslipidemia, inflammation and oxidative stress in association with modulation of liver injury in high fructose diet-fed mice. Chemico-Biological Interactions.
- 4. Wang, X., Zhandg, C. Peng, Y. et al. (2018). Chemical constituents, antioxidant and gastrointestinal transit accelerating activities of dried fruit of Crataegus dahurica. Food Chemistry.