13. Oktober 2025, 11:03 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
In „Highway to Health – Studien kompakt“ geht es dieses Mal um die Wirkung gezielter Nährstoffstrategien auf Körper und Geist. Eine Übersichtsarbeit zeigt, wie eine Ergänzung mit Vitamin D Stimmung und Gedächtnis beeinflussen kann. Eine Langzeitstudie aus Japan untersucht, ob eine erhöhte Zufuhr bestimmter B-Vitamine mit geringerem Demenzrisiko einhergeht. Und eine internationale Metaanalyse beleuchtet, wie kohlenhydratreduzierte Ernährung Herzgesundheit und Körperzusammensetzung verändert.
Ergänzung mit Vitamin D kann Stimmung und Gedächtnis stärken – vor allem bei Mangel
Was wurde untersucht? Eine in „Nutrients“ veröffentlichte Übersichtsarbeit analysierte 13 Studien, darunter mehrere kontrollierte klinische Untersuchungen sowie Tierexperimente, die sich mit dem Einfluss von Vitamin D auf die Stimmung, die geistige Leistungsfähigkeit und ein bestimmtes Hirnprotein namens BDNF befassten.1
Bei BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) handelt es sich um ein wachstumsförderndes Eiweiß, das Nervenzellen schützt und für Lernen, Erinnerung und psychisches Wohlbefinden eine zentrale Rolle spielt.
Ergebnisse: Eine tägliche Einnahme von mindestens 2000 internationalen Einheiten (i. E.) Vitamin D über 8 bis 12 Wochen erhöhte den BDNF-Spiegel im Blut um etwa 7 Prozent und verringerte depressive Symptome – je nach Studie um bis zu 7,6 Punkte auf einer 63-Punkte-Skala, was einer spürbaren Verbesserung entspricht. In Beobachtungsstudien war ein höherer Vitamin-D-Spiegel auch mit einer besseren geistigen Leistungsfähigkeit verbunden: Bei älteren Erwachsenen stieg der Wert im sogenannten Mini-Mental-Test auf einer Skala von 0 bis 30 Punkten um 0,6 Punkte (entspricht ca. 2 bis 3 Prozent), wenn der Vitamin-D-Spiegel um 10 ng/ml höher lag. Besonders hilfreich war Vitamin D bei Ausgangswerten unter 30 ng/ml.
Bedeutung: Vitamin D könnte bei depressiven Symptomen und nachlassender geistiger Leistung helfen – vor allem, wenn ein Mangel besteht. Die förderliche Wirkung scheint durch zusätzliche Einnahme von Magnesium, Zink, Omega-3-Fettsäuren oder Bewegung verstärkt zu werden. Langfristige Studien sind nötig, um die genauen biologischen Zusammenhänge besser zu verstehen. Wie positiv Vitamin D auf das Gehirn wirken kann, hatte zuvor übrigens auch schon eine Studie von 2022 angedeutet (FITBOOK berichtete).
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Der Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Herzerkrankungen
Diese Ernährung verbessert die Herzgesundheit in nur 8 Wochen
Höhere Zufuhr an Vitamin B2, B6 und Folsäure steht in Zusammenhang mit niedrigerem Demenzrisiko
Was wurde untersucht? Eine japanische Langzeitstudie, veröffentlicht im „European Journal of Clinical Nutrition“, prüfte, ob eine höhere Zufuhr bestimmter B-Vitamine – insbesondere Riboflavin (Vitamin B₂), Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure – die Entwicklung einer Demenz mit Pflegebedarf beeinflusst.2 Die Studie war Teil der großangelegten „Circulatory Risk in Communities Study“ und begleitete 4171 Personen im Alter von 40 bis 69 Jahren über einen Zeitraum von durchschnittlich 15,4 Jahren. Die Nährstoffzufuhr wurde über einen 24-Stunden-Ernährungsfragebogen erfasst.
Ergebnisse: Während des Beobachtungszeitraums entwickelten 887 Teilnehmer eine pflegebedürftige Demenz. Personen mit der höchsten Riboflavin-Zufuhr hatten eine um 49 Prozent niedrigere Erkrankungsrate im Vergleich zur Gruppe mit der geringsten Zufuhr. Auch bei Vitamin B6 (−20 Prozent) und Folsäure (−21 Prozent) war die Erkrankungshäufigkeit deutlich geringer. Für Vitamin B12 zeigte sich kein statistisch bedeutsamer Zusammenhang.
Bedeutung: Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine höhere Zufuhr von Riboflavin, Vitamin B6 und Folsäure über die Ernährung helfen kann, die Entwicklung einer pflegebedürftigen Demenz im Alter zu verlangsamen. Eine gezielte Versorgung mit diesen Vitaminen könnte ein einfacher Präventionsansatz in alternden Gesellschaften sein.
Kohlenhydratarme Ernährung fördert Herzgesundheit und Körperzusammensetzung
Was wurde untersucht? Eine in der Fachzeitschrift „The American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlichte Metaanalyse von 174 klinischen Studien mit insgesamt 11.481 Erwachsenen aus 27 Ländern untersuchte, wie sich eine Ernährung mit reduziertem Kohlenhydratanteil (maximal 45 Prozent der Kalorien) auf Herzgesundheit und Körperzusammensetzung auswirkt.3 Berücksichtigt wurden unterschiedliche Diättypen (z. B. ketogen, Low Carb, moderat kohlenhydratarm), verschiedene Ersatzstoffe (Fett, Eiweiß) sowie Faktoren wie Geschlecht, Übergewicht und Diabetes. Alle Studien waren randomisiert – die Teilnehmer wurden also zufällig auf verschiedene Gruppen verteilt, um Verzerrungen zu vermeiden.
Ergebnisse: Die kohlenhydratreduzierten Diäten führten zu teils gegensätzlichen, aber insgesamt günstigen Effekten auf Herz-Kreislauf- und Stoffwechselparameter. Das Gesamtrisiko für Herzkreislauferkrankungen sank signifikant um 1,05 Prozent.
Blutfette:
- Triglyzeride (TG) sanken signifikant – im Schnitt um 15,11 mg/dL, ein klar positiver Effekt für die Herzgesundheit.
- Das als ungünstig geltende LDL-Cholesterin sowie das Gesamtcholesterin stiegen leicht an, aber ebenso das als vorteilhaft geltende HDL-Cholesterin.
Wichtig: Die Verhältnisse der Blutfettwerte (LDL/HDL, TG/HDL) verbesserten sich signifikant – ein Hinweis auf ein insgesamt günstiges Lipidprofil, trotz leichtem LDL-Anstieg.
Entzündungsmarker:
- Das C-reaktive Protein (CRP), ein Marker für Entzündungen, sank deutlich.
Körperzusammensetzung:
Alle gemessenen Marker verbesserten sich signifikant:
- Körpergewicht: –1,75 kg im Durchschnitt
- Fettmasse: signifikante Abnahme
- Körperfettanteil: signifikante Abnahme
- Viszerales Fett (Bauchfett): signifikante Abnahme
- Taillen- und Hüftumfang: signifikante Reduktion
Diättypen im Vergleich:
- Ketogene Diäten: stärkere Gewichtsabnahme, aber auch höhere LDL-Anstiege, was unter Umständen unerwünscht ist.
- Moderate Low-Carb-Diäten (26 bis 45 Prozent Kohlenhydrate): bestes Nutzen-Risiko-Profil.
- Ersatz durch Fett und Eiweiß führte zu den günstigsten Gesamteffekten.
Bedeutung: Kohlenhydratreduzierte Ernährung kann Blutfettwerte, Entzündungsmarker und Körperzusammensetzung wirksam verbessern – besonders bei Übergewicht. Moderate Formen gelten als am verträglichsten, da sie positive Effekte nutzen, ohne unerwünschte Nebenwirkungen strenger ketogener Varianten zu riskieren. Eine ärztliche Begleitung ist vor allem bei langfristiger oder stark kohlenhydratreduzierter Ernährung sinnvoll.
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