
28. November 2024, 19:20 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Unser Körper braucht ausreichend Trinkwasser, um wichtige Prozesse zu gewährleisten, wie z. B. die Nierenfunktion sowie die Körpertemperatur- und Blutdruckregulation. Auch Krankheiten können damit vorgebeugt werden. Eine Studie stellte darüber hinaus weitere gesundheitliche Vorteile fest.
Als Faustregel gilt, 1,5 Liter Wasser am Tag zu trinken. Jedoch hat diese Vorgabe einen Haken: Sie geht nicht auf das Gewicht der Person ein. Viel mehr sollte man seine tägliche Menge individuell berechnen: Es wird empfohlen, 30 bis 40 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht zu trinken. Eine Person mit 80 Kilogramm Körpergewicht sollte daher 2,4 bis 3,2 Liter am Tag Wasser zu sich führen. Denn wer ausreichend trinkt – und seinen täglichen Wasserkonsum sogar leicht erhöht – kann viele gesundheitliche Vorteile daraus ziehen, wie eine Studie zeigt.
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Übersicht
Zusammenführung vorangegangener Studien
Die Wissenschaftler zogen alle Studie zu ihren Untersuchungen heran, die sich mit der Frage beschäftigten, welche Auswirkungen der tägliche Wasserkonsum haben kann.1 Dafür durchsuchten sie die PubMed-Datenbank nach Studien bis zum April 2023 anhand von spezifischen Schlagwörtern, wie z. B. tägliche Wasseraufnahme, Wasserverbrauch, Harnsymptome oder Kopfschmerzen.
Anschließend sichteten zwei Gutachter unabhängig voneinander die einzelnen Suchergebnisse. Nach einem vorab festgesetzten Auswahlverfahren ergaben sich so 18 geeignete klinische Studien für die vorliegende Untersuchung.
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Verlauf der verschiedenen Studien
Der Durchschnittswert der Stichprobengröße der Studien lag bei 48 Teilnehmern und reichte von 14 bis 631 Probanden. Überwiegend forderte man die Personen dazu auf, ihre tägliche Wasseraufnahme zu erhöhen und über einen bestimmten Zeitraum einzuhalten. Die Kontrollgruppen sollten dagegen ihre Gewohnheiten beim Wasserkonsum beibehalten. Die Studiendauer lag dabei zwischen vier und fünf Jahren.
Die Studien gingen auf unterschiedliche Punkte ein:
- Gewichtsabnahme
- Nüchtern-Blutzucker
- Kopfschmerzen
- Harnwegsinfektionen
- Nephrolithiasis (Nierensteine)
Erhöhter Wasserkonsum beeinflusste besonders Gewichtsverlust und Nierensteine
Den größten Effekt von einem täglich erhöhten Wasserkonsum beobachteten die Forscher beim Gewichtsverlust und der Vorbeugung von Nierensteinen.
Wasserkonsum und Gewichtsverlust
Drei Studien konnten zeigen, dass die Aufnahme von 1,5 Litern – also ungefähr drei Gläsern – vor einer Mahlzeit bei Teilnehmern mit Übergewicht zu 100 Prozent für einen Gewichtsverlust sorgte.
Trinkverhalten und Nierensteine
Zwei weitere Studien untersuchten das Risiko für Nierensteine im Zusammenhang mit dem Wasserkonsum. Beide Untersuchungen konnten zeigen, dass das Risiko mit einem täglichen Wasserkonsum, der um 2 Liter erhöht wurde, signifikant gesenkt werden konnte.
Wasseraufnahme und Harnwegsinfektionen
Bei Personen, die mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen zu kämpfen hatten, stellte man fest, dass eine Erhöhung der Wasseraufnahme um 1,5 Liter dazu führte, dass das Risiko für derartige Erkrankungen gesenkt wurde. Die Forscher vermuten, dass das Ausspülen der Bakterien dabei eine Rolle spielen könnte.
Weitere positive gesundheitliche Effekte
Die Analyse weiterer Studien ergab, dass mehr Wasser trinken auch Kopfschmerzen verringern bzw. vorbeugen und sich positiv auf den Nüchtern-Blutzuckerspiegel auswirken kann. Demnach könnte eine erhöhte Wasseraufnahme auch das Risiko für Diabetes senken.

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Einordnung der Studie
„Es stellte sich heraus, dass die Menge an gründlicher Forschung begrenzt war, aber in einigen spezifischen Bereichen gab es einen statistisch signifikanten Nutzen“, erklärt Dr. Breyer in einer Pressemitteilung.2 „Unseres Wissens ist dies die erste Studie, die den Nutzen des Wasserkonsums für klinische Ergebnisse allgemein untersucht.“
Trotz ihrer Bedeutung weist die Studie Einschränkungen auf. Denn das Zusammenführen unterschiedlicher Studienmodelle bringt eine gewisse Fehleranfälligkeit mit sich. Des Weiteren hatten viele Studien kleine Stichprobengrößen, was bedeutet, dass die Ergebnisse eventuell nicht auf die breite Masse zutreffen könnten.
Außerdem wollen wir auch darauf hinweisen, dass man jetzt nicht unkontrolliert viel Wasser trinken sollte, denn ein zu hoher Wasserkonsum kann negative Effekte auf den Körper haben.